Mexiko City – eine Liebeserklärung

Die Hauptstadt Mexikos war für mich die positivste Überraschung auf unserer Weltreise. Wir haben uns nicht sehr viel erwartet und waren schlicht begeistert. Ganze 5 Tage haben wir dort verbracht und wir wären gerne noch länger geblieben. Warum? Das verrate ich euch hier.

Herumkommen und Sicherheit

Aufgrund der regelmäßigen negativen Schlagzeilen, die aus Mexiko zu hören sind, hatte ich vor diesem Reiseland am meisten Respekt. Vor allem natürlich vor Mexiko City, dass ich mir zwar interessant, aber als riesigen Moloch und als durchaus gefährliches Pflaster vorstellte.

Rückblickend kann ich sagen, ich habe mich noch nie so schnell in ein Land bzw. eine Stadt verliebt wie in Mexiko City. Es passierte bereits am Flughafen. Wir kamen gerade aus Kolumbien und waren gewohnt, dass alles etwas länger dauert (beispielsweise die Einreise in Kolumbien: geschlagene 2 Stunden). Und dann das: Der Flughafen in Mexiko war unglaublich gut und vor allem schnell organisiert. Im Nu waren wir durch die Immigration, bei unserem Gepäck und sogar das Taxi-Bestellen lief superschnell und reibungslos. Und alle Menschen mit denen wir am Flughafen in Kontakt kamen, begegneten uns mit einem freundlichen Lächeln. Ich war geflasht!

Und die positiven Erlebnisse haben zum Glück nicht am Flughafen geendet, sondern haben sich durch unseren gesamten Aufenthalt durchgezogen. Unsicher habe ich mich eigentlich nie wirklich gefühlt. Ok, zugegeben – zwei Dinge haben mich etwas irritiert: In der U-Bahn hatte ich manchmal ein etwas mulmiges Gefühl, weil dort in den Waggons fast immer Lampen ausfallen und es daher ständig düster ist. Und auch der Anblick der schwerst bewaffneten Polizisten in den Straßen ist für Europäer eher ungewohnt. Aber wir haben nie negative Erfahrungen gemacht und konnten uns unbeschwert durch die Stadt bewegen – sei es mit der U-Bahn, mit Uber oder mit dem Taxi.

Die besten Viertel in Mexiko City

La Condesa – Hübsches Restaurant-Mekka

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Wer sich für die Restaurantszene in Mexiko City interessiert, der sollte sich La Condesa nicht entgehen lassen. Wir haben im Viertel in einem sehr netten Hotel (Casa Decu) gewohnt und haben jede Minute genossen. Es gibt unzählige Lokale mit phantastischer Küche (La Capital, Bonito, Temporal), nette Cafés und Bars und der Stadtteil ist sehr grün. In der Mitte der Straßen liegen dicht bewachsene kleine Fußgänger Alleen auf welchen die Einwohner ihre Hunde ausführen, zudem sind einige sehr nette Parks, beispielsweise auch der riesige Chapultepec Park, in Gehweite.

Centro Historico – Versinkende Geschichte

Kathedrale in Mexico City

Das historische Zentrum von Mexiko City war auch die Hauptstadt der Azteken. Sie bauten ihre Stadt aufgrund einer Prophezeiung im 14. Jahrhundert auf einem See. Und als später die Conquistadores kamen wurde einfach drübergebaut. Aus diesem Grund gibt der Boden in der Innenstadt an verschiedenen Stellen nach und Mexiko City sinkt. Besonders stark erkennt man dies in der „schiefen“ Kathedrale, die sich in alle Richtungen zu biegen scheint. Die Kathedrale liegt auf dem riesigen Zócalo, auf dem es auch Ausgrabungen des Azteken Temples gibt. Von dort aus lohnt sich ein Spaziergang über die belebte Fußgängerzone hin zum Palacio de Bellas Artes. Auf dem Weg sollte man einen Taco-Stopp einlegen (El Huequito) und die ganz mutigen lassen sich von einem der zahlreichen PromotorInnen zu einem schnellen (Gesichts-)Tattoo oder Piercing überreden. 😉

Coyoacan – Gemütlichkeit am Platz der Koyoten

Coyoacan

Das Viertel Coyoacan ist vor allem für Frida Kahlo berühmt. Die Malerin hatte dort ihr Haus und Atelier. Leider kamen wir nicht in den Genuss das Museum zu besuchen, da wir es verabsäumt hatten vorab ein Ticket zu kaufen und uns nicht 2 Stunden lang in der prallen Sonne anstellen wollten. ☹ Doch auch ein Spaziergang im Viertel lohnt sich sehr. Coyoacan, der Platz der Koyoten, ist ein ruhiges Viertel mit einem eher dörflichen Charakter. Man spaziert entlang von alten Gebäuden, im Schatten von Bäumen, vorbei an lebhaften Cafés bis zum Hauptplatz, dem Zócalo auf dem sich am Wochenende mexikanische Familien zum Kirchgang oder einfach zum Plaudern treffen. Direkt neben dem Platz befindet sich ein Kunsthandwerksmarkt, auf dem wir günstig unsere ersten Mexiko Souvenirs erstanden haben. Ein bunt bemalter Totenkopf ist einfach ein Muss!

 

Aktivitäten-Tipps:

Food Tour – oder auch Babsi im siebten Himmel

Eine der besten Erfahrungen, die ich auf meiner Reise gemacht habe, war die Foodtour in Mexiko City. Vier Stunden lang hat uns ein Koch durch kleine, versteckte Lokale, zu Street-Food Buden und einen Gourmetmarkt geführt und uns dabei Geschichten über die mexikanische Kultur und Küche erzählt. Und natürlich gab es viele Kostproben für uns: Großartige Oktopus Tostadas, frische Tortillas, herrliche Mole, den beliebten Pulque und zum Drüberstreuen noch ein paar in Chili eingelegte Heuschrecken. Also wenn noch einmal jemand behauptet, die mexikanische Küche sei nicht gut, der bekommt’s mit mir zu tun. 😉

https://eatmexico.com/

Ausflug nach Teotihuacan

Pyramide in Teotihuacan

Die Pyramiden von Teotihuacán liegen nur eine knappe Stunde von Mexiko City entfernt und sind auf jeden Fall eine Reise wert. Für Touristen werden organisierte Touren angeboten, man kann allerdings auch ganz einfach auf eigene Faust mit dem Bus hinfahren. Beim Terminal del Norte starten rund alle 15 Minuten Busse zu den Ruinen. Wir sind gleich in der Früh um 9 Uhr losgefahren, um noch vor den Massen dort zu sein und haben die Pirámide del Sol / de la Luna erklommen. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis!

Meine (klischeehafte) Mexiko Playlist